Flüssiggas News

Flüssiggaspreise weiterhin auf hohem Niveau

Mittwoch, 30. Juni 2010 von Roman G. Kieslinger

Aufgrund eines überaus schwachen Marktes gibt es keine neuen Impulse für den Flüssiggaspreis.

Die neuen Monatspreise für Flüssiggas sehen im Vergleich zum 01.06.2010 eine Erhöhung von einem bis zwei Cent pro Liter vor. Da die Flüssiggaspreise aber schon während des Monats aufgrund kurzzeitiger Verfügungsprobleme erhöht worden sind, wird sich am dem bisherigen Preis für Flüssiggas nicht viel tun.

Bei Temperaturen über 35° Celsius hat man als Eigentümer eines Flüssiggastanks anderes zu tun, als den Inhalt seines Flüssiggastanks zu überprüfen und ggf. Flüssiggas zu bestellen. Unter normalen Umständen hat ein solches Konsumentenverhalten einen Preisverfall zur Folge. Da der Faktor Nachfrage bei der Preisbildung für Flüssiggas jedoch nur zu maximal einem Drittel in die Bewertung einfließt, kann selbst im Hochsommer der Flüssiggaspreis weiter steigen.

Der Rohölpreis hat sich aufgrund der Hurrikan- und Urlaubssaison in den USA am Montag seit Ende der vergangenen Woche stark verteuert. Am Dienstag fiel jedoch wieder auf ca. 75 US-Dollar. Gründe waren Konjunktursorgen um China sowie Griechenland und die dadurch weltweit gefallenen Aktienmärkte. Auch das Verbrauchervertrauen in den USA hat verglichen mit den vorherigen Umfrageergebnissen abgenommen. Mit Spannung erwartet man die Veröffentlichung der EIA (Energy Information Administration). Je nachdem, wie die Bestandszahlen der gelagerten Ölmengen ausfallen, wird der Rohölpreis sich nach unten oder oben bewegen.

Der Euro hat im Zuge der erneuten Besorgnis an den internationalen Märkten einiges an Wert verloren und notierte am Dienstag einen Tiefstand bei 1,2151 US-Dollar. Anders als die Export-Industrie, entstehen den deutschen Flüssiggashändlern daraus Nachteile, weil der Preis des importierten Rohöls sich erhöht.

Wie die Flüssiggaspreise sich im neuen Monat tatsächlich entwickeln hängt zum großen Teil von der Verfügbarkeit ab. Sollte sich diese vor allem in den süddeutschen Raffinerien Karlsruhe und Ingolstadt nicht signifikant verbessern, gibt es für den Flüssiggaspreis keinen Spielraum nach unten.

Rohölpreis, Euro-Kurs und Flüssiggas verzeichnen deutliche Zuwächse

Dienstag, 15. Juni 2010 von Roman G. Kieslinger

Die Flüssiggaspreise steigen wieder und das in einer Zeit, in der man sich darüber eigentlich gar keine Gedanken macht. Mitunter ein Grund ist der gestiegene Rohölpreis, der auch am Dienstag ein sattes Plus verzeichnet.

Steigende Flüssiggaspreise im Sommer? Eigentlich unlogisch, dennoch ist das der aktuell zu verzeichnende Trend. Die Auf- und Abwärtsbewegen der Preise für Flüssiggas werden nicht allein von der Nachfrage bestimmt, die im Moment praktisch gegen null tendiert. Vielmehr handelt es sich bei der Preisbildung um ein komplexes Zusammenspiel vieler einzelner Faktoren. Zum ersten ist dort der Rohölpreis, der trotz fehlender positiver Fundamentaldaten zurzeit nur eine Richtung kennt. Der Blick richtet sich hierbei auf wichtige Verlautbarungen wie z. B. die aktuell anstehende europäische Handelsbilanz sowie das monatlich veröffentlichte ZEW-Konjunkturbarometer (eine Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten sechs Monaten, erstellt von mehreren hundert Wissenschaftlern).

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Wechselkurs. Zurzeit hat der Euro gegenüber dem Dollar wieder die Nase vorn. Er notiert verglichen zum Vorjahreswert von 1,48 US-Dollar mit ca. 1,23 US-Dollar zwar niedrig, scheint sich aber zum Glück von der europäischen Schuldenkrise erholt zu haben. Die Herabstufung Griechenlands durch eine weitere Ratingagentur ließ den Euro kalt.

Als letzter wichtiger Faktor spielt die Versorgungssituation eine erheblich Rolle. Falls die deutschen Raffinerien wenig oder kein Flüssiggas produzieren, bleiben die Preise trotz schwacher Nachfrage stabil oder steigen sogar. Nicht vorhersehbare Ausfälle oder Produktionsschwierigkeiten verschärfen diesen Effekt noch weiter. Ein solches Szenario spielt sich zurzeit im Süden Deutschlands ab. Zwei der größten Raffinerieverbunde produzieren zurzeit sehr wenig bis gar kein Gas. Falls die Situation nicht besser wird, können Endverbraucher sich auf einen steigenden Flüssiggaspreis einstellen.

Betrachtet man die Gesamtsituation, scheint es trotz schon fast sommerlicher Temperaturen ratsam, nicht viel länger mit der Befüllung seines Flüssiggastanks zu warten. Andernfalls läuft man Gefahr, noch höhere Preise zu bezahlen.

Flüssiggas und Rohöl auf hohem Niveau

Donnerstag, 18. März 2010 von Roman G. Kieslinger

Flüssiggaspreise geben auch diese Woche nicht nach. Im Gegenteil, genau wie der Rohölpreis hat sich Flüssiggas aufgrund schwacher Verfügbarkeiten weiter verteuert.

Gestern noch ließen fallende Kurse im Rohölgeschäft Hoffnungen auf endlich wieder fallende Preise zu. Doch heute zogen die Preise für Flüssiggas erneut an. Die Verfügbarkeit gestaltet sich zumindest für diese Woche äußerst schwierig. Die meisten Flüssiggasläger sind leer und die Raffinerien produzieren am Limit. Der für den Flüssiggashandel sehr wichtige Markt im ARA-Raum stößt ebenfalls an seine Grenzen. Das Hauptproblem besteht darin, das körperlich kein Produkt vorhanden ist, das abgefüllt und nach Deutschland transportiert werden könnte. Ein geplanter Import, der für morgen terminiert ist, könnte die Lage eventuell entspannen und dazu beitragen, dass die Flüssiggaspreise nächste Woche nicht weiter steigen oder sogar fallen. Nachfragetechnisch betrachtet besteht vor allem aufgrund des vor der Tür stehenden Frühlings durchaus Potenzial für Preiskorrekturen nach unten. Es bleibt abzuwarten, wie die Verfügbarkeiten sich entwickeln. Falls diese sich nächste Woche nicht verbessern, bleibt Flüssiggas teuer.

Einer der Gründe für die oben beschriebene Kursentwicklung des Flüssiggaspreises ist ein wieder erstarkter Rohöl. Dieser konnte von gestern auf heute um über zwei Prozentpunkte zulegen (Nordseesorte Brent). Maßgeblich dafür verantwortlich ist ein schwächerer Dollar und die leicht gestiegene Nachfrage in den USA. Diese verzeichnen lt. API (American Petroleum Institute) zwar ein Plus von ca. 400.000 Barrel an Rohölbeständen, im Vergleich dazu sind jedoch die Benzinvorräte um 3,7 Mio. Barrel gesunken, was als ein Nachfrageanstieg gewertet wird. Der Fokus für die weitere Entwicklung im diesem spannungsgeladenen Markt liegt auf dem heute angesetzten OPEC-Treffen. Allen Anschein nach werden die OPEC-Staaten die Förderquoten bei den derzeit rentablen Erträgen unberührt lassen. Allerdings könnte es auch Kürzungen geben, da einige der Mitgliedsstaaten mehr Rohöl fördern, als eigentlich vorgesehen.

Langfristig gesehen gilt der hohe Rohölpreis als deutlich überbewertet. Ein signifikantes Überangebot im zweiten Quartal dürfte den Rohölpreis in den nächsten Monaten unter Druck setzen.

Flüssiggaspreise mit leichter Tendenz nach oben

Mittwoch, 30. September 2009 von Roman G. Kieslinger

Der Ölpreis hat am Montag kaum auf die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen reagiert.

Die Marktteilnehmer setzten weiter vor allem auf eine geringe Nachfrage, was den Preis in einer Range von 65 bis 66 Dollar je Barrel halte, erklärten Händler. Wenn der Atomstreit mit dem Iran Einfluss hätte, wären wir schon wieder bei 70 Dollar, sagen Broker in London. Der Iran testete am Montag eine Mittelstreckenrakete, was die Spannungen mit dem Westen weiter anheizen dürfte. In der vergangenen Woche hatte die Regierung in Teheran den Bau einer zweiten Urananreicherungsanlage bekanntgegeben. Dass solche Nachrichten am Ölmarkt derzeit verpufften, könnte auf eine Stimmungswende hindeuten, mutmaßten die Analysten der Commerzbank.

Der Flüssiggaspreis auf den internationalen Märkten des ARA Marktes, der für den deutschen Markt relevant ist, hat sich wie so oft vor der Wintersaison von der Ölpreisentwicklung abgekoppelt und zeigt eine leicht steigende Tendenz. Dennoch sind in Deutschland die Flüssiggasläger gut gefüllt und die Nachfrage im Heizgasmarkt noch sehr gering. Stark steigende Flüssiggaspreise sind daher aus heutiger Sicht erst nach Einsetzen einer längeren Heizperiode bzw. einer daraus folgenden steigenden Nachfrage zu erwarten.

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