Flüssiggas News

Flüssiggaspreise aufgrund überdurchschnittlich milder Temperaturen gefallen

Freitag, 18. Februar 2011 von Roman G. Kieslinger

Die Flüssiggaspreise in Deutschland sind aufgrund der anhaltend milden Witterung weiter reduziert worden. Der Rohölpreis hingegen ist aufgrund derzeitiger Spannungen am Mittwoch auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren geklettert.

Der Flüssiggaspreise ist Anfang Februar nach einer signifikanten Preiskorrektur nach unten um teilweise bis zu zehn Cent gefallen. Dennoch sind die aktuellen Flüssiggaspreise für viele Endverbraucher mit einem Flüssiggastank nach wir vor uninteressant, da die Flüssiggaspreise im Januar Rekordhöchststände verzeichneten und dementsprechend nach wie vor höher notieren als in Februar 2010. Hauptproblem der derzeit für Winterverhältnisse recht schwachen Heizgaskonjunktur ist die eingebrochene Nachfrage. Nachdem der hohe Verbrauch im Dezember seit Anfang diesen Jahres stark gesunken ist, bestellen viele Endverbraucher zurzeit nur dann, wenn der leere Flüssiggastank sie dazu zwingt. Dazu kommt, dass nur Teilmengen an Flüssiggas geordert werden. Diese sind gerade so groß, dass sie den voraussichtlichen Bedarf an Flüssiggas für den Rest des Winters decken.

Viele Endverbraucher spekulieren auf niedrigere Flüssiggaspreise im Sommer, um den Flüssiggastank dann zu einem günstigeren Preis für Flüssiggas voll zu machen. Ob diese Strategie von Erfolg gekrönt sein wird, lässt sich noch nicht feststellen. Die langfristige Entwicklung hängt davon ab, wie sich Wetter, Rohölpreis, Verfügbarkeit und Nachfrage sowie Euro verhalten. Kurzfristig kann man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Flüssiggaspreise im März eher fallen als steigen.

Die Preis für die Rohölsorte Brent liegt zurzeit bei ca. 101 Dollar. Interessant ist der Preisunterschied der beiden wichtigsten Rohölsorten Brent und WTI. Qualitativ unterscheiden sich die beiden Energieträger kaum. WTI enthält ein bisschen weniger Schwefel und müsste demnach teurer sein. Das amerikanische Öl WTI wird im Gegensatz zum Nordseeöl Brent jedoch über Pipelines transportiert. Das europäische Rohöl muss aufwendig mit Tankern durch den Suez-Kanal transportiert werden und so ist in dem Brentpreis bereits eine Marge von 5 – 10 Dollar für zusätzliche Transportaufwendungen enthalten. Dazu kommt die aktuelle Überversorgung in Cushing, der ersten Adresse als Knotenpunkt für die WTI-Versorgung und Lagerung in den USA. Dort kommen die Raffinerien nicht nur mit der Produktion nicht nach, sondern es gibt auch zu wenig Pipelines, um das Rohöl woanders hin abfließen zu lassen. Die bereits geplante Pipeline im Süden der USA wird erst Ende des Jahres in Betrieb genommen werden können.

Abgesehen von den möglichen Problemen mit dem Suez-Kanal durch die politischen Unruhen in Ägypten ist die dramatische Lage in Bahrain, Libyen, Iran und Algerien das Topthema Nummer eins. Mit Sorge blickt man vor allem auf die letzten drei der vier Brennpunkte. Diese drei Länder fördern insgesamt 85 Millionen Barrel pro Tag und gehören damit mit acht Prozent Anteil an der globalen Gesamtförderung zu den Schwergewichten auf dem internationalen Rohölmarkt. Sollte die Lage sich dort verschlimmern, könnte Brent noch teurer und die Differenz von aktuell ca. 11 Dollar zwischen WTI und Nordseeöl größer werden. Es gibt allerdings auch Hoffnungen auf eine positive Entwicklung, sodass sich sowohl der Preis für Brent als auch die Differenz zwischen WTI und Brent wieder mittelfristig normalisieren könnten.

Flüssiggas weiterhin stark, auch ohne Rohölpreisbasis

Mittwoch, 25. November 2009 von Roman G. Kieslinger

Der Flüssiggaspreis kennt weiterhin nur eine Richtung, nämlich die nach oben. Daran ändern auch die schwachen Rohölnotierungen und der mildeste November seit Jahren nichts.

Der seit Monaten anhaltende Aufwärtstrend hat den Rohöl stark gemacht. Doch zum Ende der Woche wurde wieder einmal deutlich, wie viel von der Kauflaune der Großspekulanten abhängt. Und diese sieht im Moment nicht besonders rosig aus. Zum Freitag hatte der internationale Rohöl WTI erhebliche Einbußen hinnehmen müssen und war unter die 78-Dollar Marke gefallen. Als Gründe nannte man schwache Aktienmärkte und einen wieder festeren Dollarkurs. Zum Wochenbeginn hielt sich die Stimmung in Grenzen. Ein leichtes Auf und Ab kennzeichneten den Markt und mündeten in einem minimalen Minus von 0,24 US-Dollar. Die Entwicklung in der restlichen Woche bleibt abzuwarten. Unbestreitbar sind die hohen Lagerreserven und eine niedrige Nachfrage. Schwung in den Markt bringen kann höchstwahrscheinlich nur die Veröffentlichung des geschätzten BIP’s in den USA. Diese steht für den heutigen Nachmittag an. Was uns die Handelswoche außer dem Veröffentlichungen neuer Wirtschaftsdaten und dem Säbelrasseln aus dem Iran bringen wird, bleibt weiterhin ungewiss. Laut den Experten wird der Rohölpreis sich der nächsten Zeit in dem relativ überschaubaren Spielraum von 77 bis 80 US-Dollar bewegen.

Auf das Flüssiggas hat der leicht gefallene Rohölpreis jedoch keine Auswirkungen. Händler verzeichnen auch am heutigen Tag wieder Zuwächse. Faktisch ist es Winter. Die Temperaturen sprechen eine andere Sprache und treiben somit die Nachfrage auf besorgniserregende Tiefststände, verändern aber nicht die Preiskulisse.

Flüssiggas wird diese Woche höchstwahrscheinlich auf dem zum Monatsbeginn erreichten Niveau bleiben. Die auf dem Papier gestiegenen Flüssiggaspreise der Handelsware aus dem sog. ARA-Raum (Antwerpen-Rotterdam-Amsterdam) beeinflussen diesen Monat noch nicht den Preis. Zu hoch sind die innerdeutschen Lagerreserven an Flüssiggas, die zu den Preisen von Monatsanfang verkauft werden. Spätestens im neuen Monat werden sich die Flüssiggashändler nach den neuen Preisen orientieren müssen. Aus heutiger Sicht bedeutet dies für den Endverbraucher umgerechnet eine Preiserhöhung von 2 Cent pro Liter. Endverbraucher mit eigenen Flüssiggastanks sollten also trotz milder Wetterlage weiterhin auf Auffüllen setzen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.

 

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